Die Nahrungsmittelindustrie wie sie ist und wie sie sein könnte

Ein  Geflügelmastbetrieb
Ein Geflügelmastbetrieb

Industrielle Agrarwirtschaft ist wirtschaftlich und sicher. Nachhaltige, ökologische Agrarwirtschaft ist unwirtschaftlich und im großen Stil nicht umsetzbar.

Diese beiden Aussagen werden hier genauer betrachtet...mit erstaunlichen Ergebnissen.

 

Erfahren Sie, warum es in der internationalen, modernen Agrarwirtschaft läuft, wie es läuft. Warum sind Änderungen öffentlich angeprangerter Missstände von industrieller wie von offizieller Seite unerwünscht...und welchen Handlungsspielraum hat der einzelne Verbraucher?

 

Die hier gezeigten Beispiele stammen aus den USA, sind aber problemlos auf andere Länder vom Prinzip her übertragbar. Es zeigt auf, wie die industrielle Agrarwirtschaft funktioniert, expandiert und was sie am Leben erhält.

 

Warnung für alle, die ein Problem mit folgenden Inhalten haben: In den Videos werden streckenweise die sehr unappetitlichen Zustände in Mastbetrieben sowie Gewalt gegen Tiere gezeigt.

 

Dass in der Werbung aufgebaute Image vom Frischfleisch vom Bauernhof und der Milch von glücklichen Kühen, ist von den Marketingabteilungen der Agrarwirtschaft gewollt, obwohl es überhaupt nicht mehr der Realität entspricht.

 

In der industriellen Landwirtschaft wird eine immer größere Menge an Lebensmitteln von immer weniger Großkonzernen für immer weniger Geld produziert.

 

In vielen Fällen, zum Beispiel bei der Milch, wird die Produktion zusätzlich staatlich subventioniert. Die Produktion erfolgt nicht nach ermitteltem Bedarf sondern dem Prinzip ‚Immer mehr!’. Was im eigenen Land nicht verkauft werden kann, wird im Ausland verkauft und der Rest wird vernichtet...und das sind oft viele Lebensmittel, die am Ende vernichtet werden.

 

Die Geflügelzuchtfarmen oder Milchbauernhöfe werden normalerweise von Pächtern betrieben. Das Inventar gehört einem Lebensmittelkonzern, der den Vertrags-Pächtern genau vorschreibt, wie sie zu arbeiten haben, was sie aus ihrem eigenen Geld zu investieren haben und an wen sie welche Auskünfte geben dürfen. Also Abhängigkeit und Kontrolle auf der ganzen Linie.

 

Da die Agrarwirtschaft, beispielsweise mit dem Bau einer neuen Geflügelzuchtanlage, in meist strukturschwachen Regionen Arbeitsplätze schafft, ist die Branche bei Volk und Politik grundsätzlich beliebt. Bedenken wegen des Tierschutzes werden darum gerne ausgeblendet.

 

Ermitteln wir den heutigen Status Quo: 

Die wissenschaftlichen Abteilungen der Lebensmittelkonzerne suchen nach immer effizienteren Methoden, ihre Nutztiere schneller und mehr Mastgewicht anzusetzen oder Milch zu produzieren und die Sterbequote so niedrig wie möglich zu halten. Ohne Genmanipulation und eine große Menge an Medikamenten wären diese Zuchtergebnisse nicht möglich. Ungeachtet der Ernährungsgewohnheiten der Nutztiere wird nach immer billigeren Futterquellen gesucht, um weitere Kosten zu drücken.

 

Da Minister für Landwirtschaft meist selbst hauptberuflich aus der Agrarwirtschaft kommen und weitere Lobbyisten dafür sorgen, dass den Interessen der Agrarindustrie Gehör verschafft wird, können sich die zuständigen Politiker in den Landesregierungen und der Bundesregierung praktisch ihre Gesetze selbst schreiben, wie es ihnen am besten passt. Als Krönung ist es leider üblich, dass das Ministerium für Landwirtschaft ebenfalls für den Tierschutz verantwortlich ist. Jetzt wird auch klar, warum sich in Sachen Tierschutz nichts verbessert und Leute, die sich über Missstände beschweren, juristisch eingeschüchtert werden. Das wohl größte Druckmittel der Unternehmer gegenüber den Politikern ist wohl die Tatsache, dass sie die vom Volk und der Politik ersehnten Arbeitsplätze schaffen und auch wieder streichen können. Der Politiker oder die Partei, der / die eine für die Lebensmittelindustrie unliebsame Entscheidung durchgesetzt hat, kann so als Arbeitsplatzvernichter abgestraft werden und würde damit nicht mehr gewählt werden.

 

Bei näherer Untersuchung sind die Lebensmittelskandale der letzten Jahre als Spitze des Eisberges weder unglückliche Zufälle noch für die Zukunft unwahrscheinlich:

 

  • Genmanipulierte Lebensmittel, von denen niemand wirklich weiß, wie der menschliche Körper darauf reagiert,
  • Chlor zur Desinfektion der Verarbeitungsflächen in den Fabriken, wovon Reste auch mit den Lebensmitteln in Kontakt kommen können,
  • massiver Antibiotikaeinsatz, damit die Zuchttiere möglichst wenig krank werden,
  • Weiterverarbeitung von verdorbener Ware (Gammelfleischskandal),
  • durch die nicht artgerechte Haltung stehen oder liegen fast alle Nutztiere über die gesamte Lebenszeit permanent in ihren eigenen Exkrementen (Kolibakterien) und
  • absolut nicht artgerechte Fütterung der Nutztiere, wie zum Beispiel Tiermehl für Milchkühe, die reine Grasfresser sind und dadurch sehr krank werden. Rinderwahnsinn war hier das bekannteste Beispiel.

 

Alles was im Körper der Nutztiere ist, nehmen Sie als Verbraucher mit deren Produkten auch in Ihren Körper auf. Alles was am Körper der Nutztiere anhaftet, kann durch Hygienemängel in den Produktionskreislauf gelangen und die Lebensmittel konterminieren.

 

Der Verbraucher wird durch den Verzehr dieser Lebensmittel anfälliger für Krankheiten oder wird direkt krank. Ein typisches Beispiel ist die Wirkungslosigkeit von verschriebenen Antibiotika vom Arzt, da der Verbraucher zuvor schon unbewusst so viele Antibiotikarückstände im Körper angesammelt hat, dass die Bakterien im Köper bereits resistent sind. Sollten Sie als geschädigter Verbraucher überhaupt nachweisen können, dass der Schaden sicher auf ein Produkt des betreffenden Lebensmittelkonzern zurückzuführen ist, stehen Sie vor den Windmühlenflügeln der Rechtsabteilung dieses Konzerns, der sehr viel Geld und einen langen Atem hat, um Ihre Anschuldigungen zu relativieren. Interessenverbände können Ihnen eher helfen, als ein Alleingang. Über Internetaktionen und Foren lässt sich heute solch eine Interessengemeinschaft sogar selbst ins Leben rufen. Das Hauptziel ist es, die Öffentlichkeit wachzurütteln und zu informieren. Das ist das einzig mögliche Druckmittel, was Sie haben!

 

Wenn Sie beruflich sehr stark eingespannt sind und abends keine Zeit oder keine Lust mehr zum aufwendigen Kochen haben, werden Sie wahrscheinlich außer Haus auf Fast Food oder Fertiggerichte zu Hause zurückgreifen, weil es einfach schnell geht, günstig ist und satt macht.

 

Menschen mit geringem Einkommen sind oft gezwungen, auf günstige Lebensmittel zurückzugreifen. Die Anzahl Menschen mit niedrigen Einkommen und Arbeitslosen ist in den vergangenen Jahren dramatisch angestiegen. In den folgenden Jahrzehnten wird die Anzahl der Rentner und damit auch die jetzt schon sehr präsente Altersarmut deutlich ansteigen. Selbst wenn die Leute wissen, dass es gesünder wäre, Gemüse und Obst im Bio-Supermarkt zu kaufen, können viele es sich nicht leisten und werden aus Kostengründen dazu gezwungen, industriell produzierte, meist belastete Lebensmittel zu kaufen, die billiger sind und womit ergo länger auskommen. So ist gesichert, dass die industrielle Massenware immer ihren Abnehmer findet. Es existiert die deutliche und traurige Tendenz, dass unbelastete, gesunde Lebensmittel ein Luxusgut für Besserverdienende geworden ist. Die beste kostengünstige Alternative sind regionale Wochenmärkte.


Die Europäische Union (EU) hat mit ihrer Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) bis 2020 ihre eigene Politik: 

 

Die Lebensmittelindustrie will uns weiß machen, dass es in diesem Geschäft heute einfach nicht anders geht. Gleichzeitig tut die Lebensmittelindustrie alles, um verhindern, dass die Verbraucher genaue Kenntnis erlangen, wie ihre Lebensmittel tatsächlich hergestellt werden. Korruption zwischen Firmen und Behörden gehören dazu. Geopfert oder ausgetauscht werden im Konfliktfall nur entbehrliche Personen.

 

Im folgenden Video sehen Sie ein gutes Beispiel, dass ökologische, nachhaltige Landwirtschaft tatsächlich praktikabel ist, wenn es konsequent durchgeführt werden würde und wieder Landwirtschaftsbetriebe, anstelle von Fabriken Lebensmittel erzeugen würden. Dabei gewinnen alle. Darum ist dies ein echter Lösungsvorschlag aus der Schweiz.

Natürlich sind viele Verbraucher gleichgültig und verlangen nach gesünderen und natürlicheren Alternativen zur fragwürdigen Massenware. Der Lebensmitteleinzelhandel und Lebensmittelgroßhandel ist in den letzten Jahren auf Bio-Produkte aufmerksam geworden. Heute sind Bio-Lebensmittel im Standard-Sortiment jedes Lebensmitteldiscounters vertreten. Reine Bio-Supermärkte erfreuen sich bei Publikum mit entsprechendem finanziellen Polster immer größerer Beliebtheit. So schließt sich ein Kreis zurück zur Natur ein Stück.


Fairerweise muss man sagen, dass die Bezeichnung ‚Bio’ kein Garant für Garantie ist, aber die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht. Im Zweifel lesen Sie bitte Inhaltsstoffangabe oder Sie fragen Foodwatch oder Google. 

 

Am Ende läuft es immer wieder auf das selbe hinaus: nur Sie können sich informieren, daraus Schlussfolgerungen ziehen und wenn Sie wollen, etwas ändern.

 

Wie werden Sie reagieren?

 

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