Hellau Alaaf you!

Karneval in Düsseldorf
Karneval in Düsseldorf

Vom 11.11. (November) um 11:11 h bis zum Aschermittwoch ist die 'fünfte Jahreszeit' - der Karneval. Insbesondere zur Hochsaison, zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag, gibt es für die Jecken kein Halten mehr. Es wird gefeiert, bis der Arzt kommt. Allzu oft ist das leider wörtlich zu nehmen. Doch die meisten Menschen haben einfach nur gute Laune, sind kontaktfreudiger und leben ihre Fantasien mehr oder minder stark aus und üben auch, mit viel Humor, Kritik über Ärgernisse des Alltags. Am Aschermittwoch ist plötzlich alles beim Alten. Die meisten Leute benehmen sich wieder zurückhaltend in Sympathiebekundungen, Lebensfreude und Kritik.

Da frage ich mich, was das bitte soll?

Als ich 1997 nach meinem Studium ein Vorstellungsgespräch bei meinem zukünftigen Arbeitgeber hatte, erzählte mir der Personalchef auch etwas über die Karnevalszeit in Düsseldorf. Zu Karnevalshochsaison sind alle locker drauf: man duzt sich, feiert nach der Arbeit gemeinsam und sieht auch sonst alles nicht ganz so verbissen, wenn es nicht die Geschäfte stört. Und nach Karneval ist dann alles wieder normal. Was mit normal gemeint war, habe ich in dem knappen Jahr, wo ich dort gearbeitet hatte, dann selber erfahren dürfen: Dieser Betrieb war ein absolutes Haifischbecken. Die Lehrlinge der verschiedenen Lehrjahre schikanierten sich untereinander und kommandierten die unteren Lehrjahre herum. Die Mitarbeiter erpressten schonmal ihre Vorgesetzen um eine Gehaltserhöhung. Falls die Vorgesetzten nicht darauf eingingen, kündigte der Mitarbeiter oder schwärzte den Vorgesetzten wegen irgendeiner Unregelmäßigkeit bei der Geschäftsleitung an. Die Führungskräfte hetzten sich gegenseitig die Kontrollbehörden auf den Hals oder hielten wichtige Informationen zurück, um ungeliebte Kollegen ins Messer laufen zu lassen und der Betriebsrat küngelte mit der Geschäftsleitung. Wer in diesem Haifischbecken überlebte und sich durchsetzte, konnte auf Beförderungen und interessante Posten im Konzern hoffen. Für mich hat das nichts mit rheinischem Frohsinn zu tun. 


Natürlich ist das nicht in der Regelfall im Düsseldorfer Berufsleben, aber man sagte mir, dass man in Düsseldorf eben sehr karriereorientiert sei. 

 

Dass der Karneval hier als eine legale Auszeit vom künstlich fabrizierten Alltagsstress darstellt, ist klar. Ich frage mich nur, warum niemand aus diesem Brauch lernt? Es geht ja erwiesenermaßen auch stressfreier und menschlicher. 

 

 

 

 

 

Zu Karneval werden viele Beziehungen auf die Probe gestellt. Singles finden zu Karneval schneller Kontakt als sonst und die Lust auf ein spontanes Abenteuer kommt für viele mit der Karnevalszeit automatisch mit. Dabei werden auch viele Leute schwach, die sich in einer Beziehung befinden. Fliegt das oft einmalige Abenteuer auf, hängt der Haussegen schief und die Trennung droht.

 

Solche Zwischenfälle sehe ich als eine Prüfung für eine Beziehung. Wirklich glückliche Partner haben kein Bedürfnis, fremd zu gehen. Natürlich ergeben sich Gelegenheiten, Bekanntschaften und Flirts. Doch hier sollten Sie für sich Prioritäten setzen, ob Sie Ihre Beziehung auf's Spiel setzen wollen oder nicht. Wenn ein Partner den Wert seiner Beziehung nicht sieht oder sehen will, braucht sich niemand zu wundern, wenn am Aschermittwoch nicht nur der Partner, sondern auch die Karnevalsbekanntschaft weg ist. Es kann aber auch gut gehen und eine angeschlagene Beziehung durch einen besseren Partner ersetzt werden.  

Mein Vorschlag an Sie ist, aus der positiven Seite des Karnevals für das ganze Jahr sich ein Beispiel zu nehmen. Mit etwas Humor und Menschlichkeit lebt es sich nach meiner Erfahrung einfach leichter. Wenn ich irgendwo ein schönes Lied höre, fange ich spontan an, dazu zu tanzen. Eine menschliche Geste schaft im Privat- als auch im Berufsleben mehr Zusammenhalt als jede Höflichkeitsfloskel. Flirten tue ich mit wem ich will und respektiere es gleichfalls, wenn die betreffende Dame in einer Beziehung mit jemand anderem ist. Wenn mir zum Feiern zumute ist, gehe ich feiern - ob mit Freunden oder alleine. Ich kann und möchte mein Leben genießen.

 

Vielleicht argumentieren Sie jetzt, dass Sie sich nicht lächerlich machen möchten. Ich sage: so lange Sie niemanden verletzen oder etwas Rechtswidriges tun und in der Lage sind, bei allem was Sie tun, ein positives Ergebnis zu entdecken, kann Ihnen keiner ernsthaft etwas anhaben.

 

Alles was zu Ihnen passt und was Sie für Ihre Entwicklung brauchen, kommt automatisch zu Ihnen. Alles was nicht zu Ihnen passt, kommt nicht zu Ihnen oder Sie verlieren es. Klammern Sie nicht mit dem allgegen(wider)wärtigen "Ich muss...", sondern machen Sie aus Ihrer Situation immer das Beste. Dazu gehört auch mal ein Risiko, in eingefahrenen Situationen ganz neue Wege zu gehen und vor allen Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und darum niemanden die Schuld zuzuschieben. Ergründen Sie für sich, was Sie wirklich in Ihrem Leben erreichen wollen, was Ihr Wesen ist und was Ihre Talente sind und bleiben Sie authentisch. Das macht Sie zu einem echten Gewinner! 

 

Nehmen Sie das Leben nicht zu ernst. Sie überleben es sowieso nicht! ;-)

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Mein aktueller Blogeintrag:

Work out your name in Judo

Kürzlich fand ich beim Surfen im Internet eine ganz nette Trainingsidee mit dem Namen 'Work out your name'. 

 

Hierbei waren jedem Buchstaben im Alphabet eine Fitnessübung zugeteilt worden. In der Reihenfolge der Buchstaben Deines Namens arbeitest Du Deine persönliche Reihenfolge an Übungen ab.

 

Das geht doch auch spezifischer, dachte ich mir...,und ich habe dieses Spiel ganz einfach spezifisch für Dein Judotraining zugeschnitten. 

 

Viel Spaß beim trainieren!

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