KonsumrEvolution - Europaweiter Aktionstag gegen TTIP, CETA, TiSA & Co.

Vielen Dank für die Nutzungserlaubnis des KonsumrEvolution-Logos von Action Freedom aus München.
Vielen Dank für die Nutzungserlaubnis des KonsumrEvolution-Logos von Action Freedom aus München.

Am 11. Oktober 2014 fand ein europaweiter Aktionstag für nachhaltigeren Konsum, dem Erhalt der möglichen Selbstbestimmung für Verbraucher durch transparente Warenangebote und die Gesunderhaltung der deutschen Wirtschaft statt. 

 

In der Kritik standen von unserer Regierung, der EU und den USA und Kanada geplante Aktionen wie TTIP, CETA TiSA, die allesamt im Geheimen verhandelt wurden und tatsächlich nur einer Vertragsseite wirkliche Vorteile bringen...und das ist nicht Deutschland! Die Bevölkerung wurde zu diesen Themen nicht gefragt, aber jetzt antwortet das Volk öffentlich. 

 

Ich war auf dem Düsseldorfer Schadowplatz dabei.

Unser Verbraucherschutz ist in ernster Gefahr!

Obwohl man an der einen oder anderen Stelle noch gut & gerne nachbessern könnte, gehören die deutschen und europäischen Standards im Verbraucherschutz zu den höchsten auf der ganzen Welt. Dessen sollten wir uns bewusst sein.

 

Mit den geplanten Freihandelsabkommen TTIP treten die USA oder mit CETA Kanada an uns heran, um oberflächlich noch bestehende Handelshemmnisse durch umfassende völkerrechtliche Verträge zu beseitigen und dem vollmundigen Versprechen, die Wirtschaft massiv anzukurbeln. Zu den Vor- und Nachteilen von TTIP & Co. habe ich mich schon in der Vergangenheit auf diesem Blog geäußert. 

 

Prüft man die schon veröffentlichten Entwürfe und geleakten Informationen der nicht öffentlich geführten Vertragsverhandlungen, kommt heraus, dass uns mit TTIP, CETA, TiSA ein ganzes Paket an Überraschungen versucht wird unterzuschieben, dass die USA und Kanada in einen rechtlich fast unantastbaren Status versetzt, während andere Länder effektiv nur noch tatenlos zusehen können, was mit ihnen nach Belieben gemacht wird. Genmanipulierte Lebensmittel, die international von schon einigen Ländern boykottiert worden sind, inklusive mehrerer US-Staaten (!), bekommen wir gleich mit dazu. Fracking wird durch TTIP dann auch in ganz Europa zwangsweise durchgesetzt werden können.

 

TTIP, CETA & TiSA führen zu einer einseitigen Wettbewerbsverzerrung, die es möglich macht, dass z. B. in Deutschland eine Ware oder Dienstleistung günstiger aus den USA oder Kanada eingekauft werden kann als von einem deutschen Anbieter aus der Nachbarschaft der anfragenden Firma. Was das für die deutsche Wirtschaft oder jede andere Wirtschaft in einem anderen europäischen Land bedeutet, können Sie sich wahrscheinlich vorstellen!

 

Wenn Sie jetzt noch wissen, dass die Firmen aus den USA oder Kanada Rechtsangelegenheiten in Deutschland nach ihrem Landesrecht behandeln können und sie gegen geplante, aber ausbleibende Gewinne, beispielsweise aufgrund einer Gesetzesänderung,  sogar bis zur jeweiligen Landesregierungen vor unabhängigen Schiedsgerichten erfolgreich klagen können, dürfte Ihnen klar sein, dass man mit TTIP, CETA und TiSA unsere Regierung und das EU-Parlament über den Tisch ziehen möchte.    

 

Der Widerstand unserer Regierung ist bei Kritikern unter den Regierungsmitgliedern eher halbherzig. Offiziell will man diese Freihandelsabkommen unbedingt durchsetzen, um die Konjunktur anzukurbeln.

Wer nicht gefragt wird, sind wir - das Volk. Die Mainstreammedien ignorierten bislang fast komplett alle Protestaktionen, wie den 'March against Monsanto', die für den Erhalt und die weitere Verbesserung von Verbraucherrechten und den Erhalt der Saatgutvielfalt waren. Mal sehen, wie der Aktionstag KonsumrEvolution / 'Aktionstag gegen TTIP' von den Medien aufgenommen wird. 

 

Die Tagesschau und EuroNews berichtete u. a. am folgenden Tag.

 

Die Hauptaktion am Düsseldorfer Schadowplatz lief von 14:00 bis 16:00 h und richtete sich aktiv an die Passenten, die gerade ihre Samstagseinkäufe machten oder im benachbarten Café saßen. Es gab mehrere Infostände, eine Säule mit Unterschriftenlisten und die Fußgängerzone wurde zu einer kleinen Theaterbühne, wo Mitglieder von ATTAC die Situation um die Freihandelsabkommen kabarettistisch den Zuschauern nahe brachten (siehe folgendes Video).

 

Von den politischen Parteien waren leider nur die Linke und die Piraten vertreten. Einen weiteren Stand mit Unterschriftenlisten gegen TTIP. CETA und TiSA sah ich morgens beim Einkaufen auf der Nordstraße in Düsseldorf-Pempelfort. Insgesamt war es eine kurze und gelungene Aktion im Herzen der Düsseldorfer Innenstadt. 

 


Das Bewusstsein darüber, wie von außen versucht wird, unser Konsumverhalten und unsere Konsummöglichkeiten zu steuern, geht für mich Hand in Hand, selbst ganz bewusst das eigene Konsumverhalten zu überdenken und so weit es geht auch wirklich selbst zu bestimmen. Darum hat die Münchener Infoplattform und Aktionsgruppe Action Freedom auch beim 'Aktionstag gegen TTIP' engagiert. Beide Themen gehören zusammen!

Raus aus der ewigen Konsumfalle!

"Von dem Geld, das wir nicht haben, kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Leuten zu imponieren, die wir nicht mögen."

 

So traurig sieht bei den meisten Normalbürgern leider der Alltag aus. Wer über den Sinn & Unsinn von 'Immer hipper, immer moderner, immer teuer' nachdenkt, den beschleichen in manch einsamer Stunde oft Zweifel an diesem Konsumterror, der Ihnen allgegenwärtig durch Mitmenschen und Medien entgegenschlägt. Doch was ist der Preis, den Sie zahlen werden, wenn Sie nicht mehr nach Fremdvorgabe, sondern nur nach Zweck und eigenem Geschmack einkaufen?

 

Der fehlende Boss-Anzug nach er Beförderung, das Kind ohne XBOX oder die Frau, die sich Modetrends verweigert, wird schnell in einer sozialen Nische oder gar im Abseits als Mobbingopfer landen. Also halten Sie Ihre Bedenken zumindest öffentlich zurück, ordnen alles in der Schublade 'Notwendiges Übel' ein und passen sich weiter schön brav an, ohne nach außen aufzufallen. Für viele Leute ist Konsumzwang eine Art Droge, die ihnen kurzfristig Selbstbestätigung und öffentliche Anerkennung gibt. Man bekommt keine Probleme, weil man sich anpasst. Diagnose: Minderwertigkeitskomplex. Der fremdgesteuerte Mensch ist geschaffen!

 

Erfolgreich durchbrochen und gesellschaftlich akzeptiert werden kann das angepasste Massenverhalten durch aufkommende Trends und Megatrends. Vegane Ernährung ist ein sehr gutes Bespiel: Veganer galten und gelten teilweise immer noch als weltfremde Spinner und Grasfresser. Aufgrund diverser Lebensmittelskandale und die unermütliche Arbeit von Tierrechtsorganisationen und ein paar medienwirksamer, vegane Köche entwickelte sich ein veganer Trend in der Bevölkerung, der noch weiter am wachsen ist. Plötzlich ist vegan sein in.

 

Wer sich außerhalb des öffentlichen Trenddiktats bewegen möchte, tut dies am besten privat, unauffällig und in den bestimmten Szenen / Gruppen oder dem privaten Freundeskreis. Die KonsumrEvolution informiert darum auch zu den Themen wie Second Hand Kleidung, Ökologisch und ethisch arbeitende Banken, ein Leben ohne Plastik, Foodsharing, über Lebensmittelskandale oder existierende Off-Mainstreammedien. Dokumentarfilmempfehlungen gibt es ebenfalls.

 

An Denkanstößen hat es an diesem internationalen Aktionstag KonsumrEvolution sicherlich nicht gemangelt. Für den einen oder anderen von Ihnen braucht es etwas Mut, um den ersten Schritt der Veränderung zu gehen. Sie wissen aber: "Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt." (Lao Tze) 

 

Suchen Sie sich diesen ersten Schritt so aus, dass er sich gut für Sie anfühlt und gehen Sie dann immer einen übersichtlichen Schritt Ihres neuen Weges weiter. Natürlich können Sie auch alles so lassen, wie Sie es schon immer gemacht haben. Das bleibt allein Ihre Entscheidung!

 

 

Download
Der offizielle Flyer zur KonsumrEvolution
Auf diesem Flyer finden Sie alle wichtigen Programm- und Diskussionspunkte, die die Bevölkerung betreffen und einer vernünftigen Überdenkung bedürfen. Außerdem werden Tipps für ein nachhaltigeres Konsumverhalten gegeben.
MaM_10-14_FlyerA5.pdf
Adobe Acrobat Dokument 2.1 MB

Alle Leute, die auf einer Veranstaltung der KonsumrEvolution / 'Aktionstag gegen TTIP' anwesend waren, werden sicherlich bei diesen Themen am Ball bleiben, sich weiter informieren, aktiv sein und ihre Verhaltensweisen in Sachen Konsum weiterhin kritisch überdenken und entsprechend handeln.

 

Für alle Leute, die nicht auf einer der Veranstaltungen am 11. Oktober 14 dabei gewesen sind, hoffe ich, genügend Information und Inspiration verbreitet zu haben, denn eine Verhaltensänderung fängt bei jedem einzelnen an. Sie haben eine Verantwortung dafür: Sich gegenüber und Ihren Familien, Kindern und Enkeln. 

 

"Ich dachte immer: Irgendjemand muss doch mal was tun! Bis ich gemerkt habe, ich bin dieser 'jemand'!"

 

 

Inspirierende Beispiellinks zu:

 

fairem Handel und nachhaltiger Wirtschaft,

Kleidertauschbörsen, nachhaltig produzierte Kleidung,

ethisch oder ökologisch orientierten Banken 

und natürlich TTIP, CETA, TiSA.


Das schöne Logo stammt von Action Freedom, die in München den Aktionstag gegen TTIP organisiert haben. 

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