Arbeitnehmer, denke mehr wie ein Unternehmer!

Damit meine ich weniger, dass Du als Angestellter in Deiner Firma so verhalten sollst, als sei es Dein Unternehmen, obwohl Du nur Angestellter bist. Viele Arbeitgeber wünschen sich das, zahlen bei entsprechendem Verhalten ihrer Angestellten aber meist nicht entsprechend mehr, und sie können als Unternehmer auch gar nicht rechtlich ihr Unternehmerrisiko auf ihre Angestellten abwälzen!

 

Ich möchte Dich dazu ermutigen, Dich mit Deinem Haushalt und Deiner Familie selbst als ein kleines Familienunternehmen zu sehen und zu führen. Wenn Du Dich in die Perspektive eines Unternehmers begibst, wirst Du viele Dinge ganz anders sehen, als ein 'kleiner Arbeitnehmer', der sich machmal als Spielball seines Chefs empfindet. 

Was Angestellte von Unternehmern lernen können

Im wahrsten Sinne des Wortes abhängig beschäftigt ;-)
Im wahrsten Sinne des Wortes abhängig beschäftigt ;-)

Unternehmer haben ein ganz anderes Mindset als ein abhängig Beschäftigter. Es gibt bestimmte Lektionen, die jeder Unternehmer in seiner Laufbahn lernt, weil sie überlebenswichtig für ihn oder sie sind. Oft stehen diese Verhaltensweisen im krassen Gegensatz zu dem, was Arbeitnehmer tut oder was laut Arbeitsvertrag von ihnen verlangt wird. Darum nennt man Arbeitnehmer ja auch abhängig beschäftigte, weil sie sich vom Arbeitgeber abhängig machen oder sogar abhängig gemacht werden.

 

Mit diesem Beitrag möchte ich Dir ein paar Tipps geben, die Dich aus dieser Abhängigkeit etwas herauslösen können, damit Du souveräner im Leben stehen und agieren kannst. Aber Vorsicht: Diese neue Einstellung und dieses Handeln verlangt Mut, weil Du gegen den Strom der Allgemeinheit schwimmen wirst. Der folgende Werbespot bringt es so schön auf den Punkt, was Deine eigene Einstellung ausmachen kann.

Deine Einstellung

Du bist ein Unternehmen. Du bist der Chef dieses Unternehmens. Mit einem Lebenspartner bzw. einer Lebenspartnerin seid Ihr schon zu zweit. In einer WG wäret Ihr noch besser aufgestellt. Verantwortung und Entscheidungen werden gemeinsam getragen. Jeder bringt sich mit möglichst seinem ganzen Potenzial ein. Das kann materiell, finanziell oder als Arbeitsleistung erfolgen. 

 

Wenn Du nach außen gehst, um als Arbeitnehmer oder selbstständig Geld für Deinen Haushalt - jetzt aka Firma - zu verdienen, suchst Du immer die möglichst optimale Lösung und wechselst, sobald Du eine bessere Lösung findest. 

 

Dank Internet lassen sich heute wertvolle Kontakte knüpfen und Netzwerke aufzubauen, die für jeden Unternehmer lebenswichtig sind.

 

Kennst Du alle Deine Talente und nutzt sie auch? Auf speziellen Seminaren kannst Du zum Beispiel lernen, Deine Talente und bislang unerfüllte Berufswünsche auszubauen. Ab einem bestimmten Level kannst Du parallel zu Deiner regulären Berufskarriere erste Gehversuche in einem neuen Bereich machen, bevor Du nach einiger Zeit tatsächlich ein neues, berufliches Standbein hast oder eine parallele Einnahmequelle zum Hauptjob.  

 

Wenn Du Dir Deinen Plan - jetzt Dein Budget - erstellt hast, dass Dir zeigt, woher Du wie viele Einkünfte generierst, wie viele Ausgaben Du damit abdecken kannst, wie viele Rücklagen Du bilden kannst und was Du letztendlich in neue Projekte investieren kannst, kannst Du Deinen Haushalt planen und Dir sinnvolle Maßnahmen zur Verbesserung Deiner Lebenssituation erarbeiten. 

 

Monatlich, aber allerspätestens zum Jahresende gleichst Du Deine erreichten Ergebnisse mit Deinen gesteckten Zielen ab und korrigierst den Weg zum Ziel oder steckst Dir neue Ziele, falls diese obsolet sind. 

 

Mache Dich vor allem von gesellschaftlichen (Schein-)Zwängen und Erwartungen anderer Leute frei und richte alles individuell nach Deinen Bedürfnissen aus.

Deine Einnahmen

Zwischen dem klassischen Arbeitnehmer und dem klassischen Unternehmer gibt es einen krassen Unterschied, der den Arbeitnehmer in erster Linie zu einem abhängig Beschäftigten macht: Das Gehalt, das der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber bezieht, ist das einige Einkommen, das der Arbeitnehmer hat.

 

Für einen Unternehmer ist das der absolute Ausnahmefall. Ein Unternehmer lernt in der Regel schnell, dass er oder sie mehrere Einkommensströme bzw. Umsatzsegmente braucht, um langfristig am Markt bestehen zu können. Das können weitere Dienstleistungen oder neue Artikel für speziellere Zielgruppen sein. Auch Kooperationen mit anderen Unternehmern sind oft erfolgversprechend. Kleinunternehmer haben nicht selten einen abhängig beschäftigten Teilzeitjob nebenher.

 

By the way: Zwei Teilzeitjobs sind strategisch besser als eine Vollzeitstelle. Fällt eine Teilzeitstelle weg, gibt es noch eine andere Gehaltsquelle. Ein neuer Teilzeitjob ist auch meist schneller zu bekommen als eine neue Vollzeitstelle.

 

Es ist also sehr offensichtlich, dass Du Dir mehrere Einkommensquellen schaffen musst, um auch für Krisenzeiten eine gewisse finanzielle Absicherung zu haben oder möglichst permanent Rücklagen bilden oder Gelder für Investitionen sammeln zu können.

 

Bedenke auch, dass Du durch öffentliche Fördermittel wie einen Bildungsscheck oder durch Deinen Arbeitgeber eine Weiterbildung bezuschusst bekommen kannst, um letztendlich eine hochwertigere und besser bezahlte Stelle zu erhalten.

Deine Ausgaben

Die armen und die wirklich reichen Menschen haben eines gemeinsam: Sie halten ihr Geld zusammen und machen keine unnötigen Ausgaben. Nötige Ausgaben außerhalb der alltäglichen Notwendigkeiten sollten am besten einen Investitionscharakter haben. Zum Beispiel das Sparen für eine Ausbildung, den Ankauf von qualitativ guten Wertpapieren oder das Sparen für das Eigenheim.

 

Konsumschulden zu machen ist grundsätzlich dumm. Wenn Du Dich tatsächlich mit einem Kredit belasten willst, kläre die Möglichkeiten ab, ob Du diesen Kredit in einer finanziellen Notlage weiter bedienen kannst oder ihn schnell wieder loswerden kannst.

 

Mache es Dir zur Gewohnheit, jährlich Preisrecherchen anzustellen, ob sich Tarifwechsel, Anbieterwechsel oder sogar Wohnortwechsel finanziell lohnen würden.

 

Schaffst Du es etwa, aufgrund einer Erbschaft an Wohneigentum zu kommen, hast Du beste Chancen, mit einer Eigentumswohnung viel Geld im Monat zu sparen. Das Gleiche gilt, wenn Du Dein Auto abstoßen kannst, weil auf all Deinen Wegen genügend öffentliche Verkehrsmittel fahren. Nicht genutzte Mitgliedschaften, z. B. das Fitnessstudio, solltest Du auch konsequent kündigen, um Geld zu sparen. Viele kleine Beträge addieren sich zu einem größeren, der sich wieder sinnvoller investieren lässt.

 

 

"Von dem Geld, das wir nicht haben, kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Leuten zu imponieren, die wir nicht mögen."

 

Zitat aus dem Film 'Fight Club'

 

Deine Ziele

Welche Ziele hast Du im Leben? Im Niedriglohnsektor heißt die Maxime oft einfach nur, den Monat möglichst gut zu überstehen. Interessant wird es, wenn am Ende des Monats noch Geld zum Sparen oder investieren da ist. 

 

Beziehst Du nur ein maximal durchschnittliches Einkommen oder gar weniger als 3500,- Euro brutto im Monat, solltest Du unbedingt etwas für Deine Altersvorsorge tun. Das hat für Dich Priorität. Danach solltest Du versuchen, in Dinge zu investieren, die Dir ein höheres Einkommen bringen können, wie eine Weiterbildung, aber ohne Dich dabei gesundheitlich zu überfordern (permanente Doppelbelastung und deutlich reduzierte Ruhezeiten).

 

 

Gesundheit ist ein gutes Stichwort. Die Standardleistungen der gesetzlichen Krankenkassen sinken weiter. Darum halte ich es für sinnvoll, etwas für den Krankheitsfall zurückzulegen. Wenn das finanziell nicht möglich ist, hilft nur konsequente Gesundheitsprophylaxe, um immer fit und mit gestärktem Immunsystem durch's Leben zu gehen. Der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung kann spätere Kosten für Deinen Zahnersatz abpuffern.

 

Wenn Du Geld zum Zurücklegen hast, solltest gut nachdenken, wie und wo Du es anlegst. Deutsche 'Klassiker' wie das Sparbuch oder der Bausparvertrag sind im Grunde Quatsch. Wenn Du Dir heute Tagesgeld oder Festgeld anlegst, schaffst Du es bei den derzeitigen Zinsen gerade einmal den Inflationswert Deines Geldes zu kompensieren. Aktien sind sinnvoll, wenn Du langfristig in stabile Unternehmen investierst, die eine nachhaltige Geschäftspolitik betreiben und die voraussichtlich noch lange am Markt erfolgreich mitspielen werden. Der Ankauf von Edelmetallen ist ebenfalls keine schlechte Option. Dann aber lieber Silber als Gold, weil es in praktischen Verarbeitung häufiger gebraucht wird.

 

Was ab der gehobenen Mittelschicht aufwärts sehr verbreitet ist, ist das Besparen von rentable Kapitallebensversicherungen, die dann in festgelegten Zeitabschnitten fällig werden. Dazu brauchst Du aber ständig freie liquide Mittel, um die Versicherungsbeiträge zahlen zu können. Kritikpunkt hier: Es wird vom Verbraucherschutz und anderen Organisationen immer wieder bezweifelt, ob die Versicherungsagenturen zum Zeitpunkt der Fälligkeit Deiner Versicherung überhaupt noch voll zahlungsfähig sind. Von den damals beworbenen Riester- und Rüruprentenversicherungen sollte man laut Verbraucherschutz auf jeden Fall die Finger lassen! Es gibt übrigens viel wichtigere Versicherungen für Dich, als eine Lebensversicherung. Bediene erst einmal Deine Privathaftpflicht (günstig) und Deine Arbeitsunfähigkeitsversicherung (teuer). Eine Rentenversicherung ist zwar keine schlechte Idee, aber sie ist teuer. Vielleicht kannst Du ja auch etwas für Deine Kinder zurücklegen. Zum Beispiel für ein Studium.    

Dein Ergebnis

Ab sofort siehst Du Dich mit Deinem potenziellen oder bestehenden Arbeitgeber auf Augenhöhe. Du bietest ihm Lösungen an, die seinen Betrieb durch Deine Unterstützung erfolgreicher machen. Denn das sind die Argumente, die erfolgreiche und intelligente Unternehmer wirklich interessieren: Welche Wirkung und welcher Nutzen hat Dein Arbeitseinsatz für den Firmenerfolg? Deine Stundenanzahl am Arbeitsplatz darf nicht primär entscheidend sein. (Qualität vor Quantität)

 

Dass Du im Hintergrund Dich gut abgesichert hast und Du über ein gutes Netzwerk verfügst, muss Dein Arbeitgeber nicht wissen, es sei denn, Du gehst tatsächlich irgendwo noch neben Deiner Vollzeitstelle arbeiten und hast Dich laut Arbeitsvertrag dazu verpflichtet, dies anzugeben. Bei mehreren Teilzeitstellen ist es einfacher.

 

Wenn Dein potenzieller Arbeitgeber Dich von Anfang an schon von oben herab behandelt, ist er einfach nicht gut genug für Dich. Wenn Du in einer Notsituation möglichst schnell eine Arbeitsstelle brauchst, kannst Du als Mittel zu Zweck diese nicht optimale Stelle zwar annehmen, solltest aber verdeckt immer weiter nach einer optimalen Stelle suchen, die Deinen Bedürfnissen entspricht.

 

Heute haben schon so einige Firmen und Branchen richtig erkannt, dass sich auch Arbeitgeber bei ihren zukünftigen Arbeitnehmern als attraktive Partner bewerben müssen. Die Wahrheit ist: Arbeitgeber und Arbeitnehmer brauchen einander. Das muss von beiden Seiten erkannt werden. 

 

Wenn  Du es schaffst, Dich über die Jahre gut zu organisieren, wirst Du wesentlich sorgenfreier in Deine Zukunft blicken können als heute.

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Mein aktueller Blogeintrag:

Work out your name in Judo

Kürzlich fand ich beim Surfen im Internet eine ganz nette Trainingsidee mit dem Namen 'Work out your name'. 

 

Hierbei waren jedem Buchstaben im Alphabet eine Fitnessübung zugeteilt worden. In der Reihenfolge der Buchstaben Deines Namens arbeitest Du Deine persönliche Reihenfolge an Übungen ab.

 

Das geht doch auch spezifischer, dachte ich mir...,und ich habe dieses Spiel ganz einfach spezifisch für Dein Judotraining zugeschnitten. 

 

Viel Spaß beim trainieren!

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