Mythos 5-am Tag auf dem Prüfstand

Die World Health Organization (WHO) startete 2003 die Kampagne 5-am-Tag bzw. 5-per-day um den oft viel zu niedrigen Konsum von Obst und Gemüse im Alltag zu steigern, dessen regelmäßiger Konsum nachweislich vor vielen Zivilisationskrankheiten schützt.

 

Die Studie, auf der diese Empfehlung beruht, wurde mittlerweile mehrfach überprüft, worauf es zu Zweifeln am 5-am-Tag-Mythos kam.

 

Ich sehe hier ebenfalls noch Korrekturbedarf, den ich in diesem Beitrag erläutern möchte.

Was taugt die 5-am-Tag Regel?

5-am-Tag ist eine weltweite Aktion, die die Menschen dazu ermutigen soll, mehr Obst und Gemüse zu essen, um Krankheiten vorzubeugen. Das klingt nach einer tollen Aktion, die zu einer weltweiten Ernährungsrichtlinie werden sollte: Iss 5 Portionen Obst am Tag und Du bleibst gesund.

 

Teilnehmende Länder bei dieser Aktion waren Deutschland, Frankreich, Norwegen, Großbritannien, Australien, Neuseeland, die USA, Kanada und Japan. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bewarb diese Aktion der WHO in Deutschland. Die DGE spricht von 400 g Gemüse und 250 g Obst am Tag, die jedermann täglich essen sollte, um gesund zu bleiben.

 

Aber was ist bitteschön eine Portion? Eine Portion soll eine Handvoll sein. Zum Beispiel ein Apfel, ein kleiner Kopf Broccoli oder ein kleiner Salat.

 

Der Apotheker Steffen Kuhnert fasst die wichtigsten Fakten der 5-pro-Tag-Kampagne auf seinem YouTube-Kanal 'Gerne Gesund' für Dich nochmal zusammen:

Die Kritiken an dieser Ernährungsregel stoßen sich vor allem an den empfohlenen Mengen: Die Briten überprüften 2005 die WHO-Studie (im Anhang zum Download) und kamen zu dem Schluss, dass 700 g Obst und Gemüse doch besser wären. Das kommt der DGE-Empfehlung am nächsten. Neuste Empfehlungen von 2017 raten sogar zu 1000 g frischem Obst & Gemüse täglich. Wie soll der Durchschnittsbürger dies realisieren?

 

Wichtig zu beachten ist, dass diese Empfehlung nur für frisches Obst und Gemüse gilt. Konservenware, aber auch sehr stärkehaltige Gemüse wie Kartoffeln fallen hier durch's Raster!

Welche Qualität haben unser Obst & Gemüse?

Es ist in Fachkreisen schon lange bekannt, dass durch die Industialisierung der Landwirtschaft der Anteil der Nährstoffe in unserem Obst und Gemüse deutlich zurückgegangen ist. In der Statistik unten kannst Du viele Werte im Vergleich betrachten. Diese Studie ist von 2002 im Vergleich zu 1985. Die heutigen Zustände sind also noch deutlich schlimmer! Kein Wunder, dass die Nachfrage nach Obst und Gemüse in Bioqualität in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist. Frisches Obst und Gemüse, das von einem lebendigen Acker mit Humusschicht und Leben im Boden kommt, hat auch genügend Nährstoffe, die wir so dringend brauchen.

 

Nur leider können sich immer weniger Menschen regionale Bioqualität leisten und müssen auf industriell produziertes Obst und Gemüse - nicht selten von weit her - zurückgreifen, das kaum noch Nährstoffe, dafür aber umso mehr Pestizidrückstände enthält. Im Oktoker 2017 habe ich schon einmal zu diesem Thema gebloggt.

Wie bekommen wir genügend Nährstoffe?

Aufgrund schlechter Essgewohnheiten und die Konditionierung durch Werbung, fällt es den meisten Leuten oft schwer, die 5-am-Tag-Ernährungsempfehlung im Alltag umzusetzen. Es ist in erster Linie eine Disziplin- und Selbsterziehungssache - glaube mir! Obst ist eigentlich die ursprünglichste Zwischenmahlzeit der Welt!

 

Wenn jemand es nicht schafft, ungesunde Zwischenmahlzeiten ohne nennenswerte Nährstoffe und mit viel Industriezucker gegen gesundes Obst umzutauschen, mehr frisches Gemüse zu essen oder gar seinen Konsum an Obst und Gemüse zu erhöhen, dann helfen nur noch Nahrungsergänzungsmittel. Aber bitte keine Nahrungsergänzungsmittel aus dem Supermarkt, sondern bitte hochwertige Nahrungsergänzungsmittel nach Pharmastandard von speziellen Händlern. Das Geld ist es wirklich wert! Vorher lässt Du Dir bitte Deinen tatsächlchen Bedarf per jährlichen Bluttest vom Hausarzt ermitteln und entsprechende Vitamine und Mineralstoffe verschreiben. 

Wie ich auf meine 5 am Tag komme

5-am-Tag bekomme ich fast immer problemlos hin. Öfters auch mehr. Die beiden Fotos unten sprechen eine deutliche Sprache. Obst ist für mich zum Frühstück seit ewig Standard. Abends esse ich oft Salat. Und wenn ich zum Mittag auch Gemüse mit auf dem Teller habe, sind 7 Portionen Obst und Gemüse leicht erreicht. Aber wie gesagt: 10 Postionen gelten seit neustem als noch besser. Ich habe also noch Luft nach oben! Wie sieht es bei Dir aus? 

Zum Frühstück esse ich immer Obst. (mindestens 3 Portionen)
Zum Frühstück esse ich immer Obst. (mindestens 3 Portionen)
Abends esse ich häufig Salat. (mindestens 2 Portionen)
Abends esse ich häufig Salat. (mindestens 2 Portionen)

Hier kommen ein paar wissenschaftliche Studien zum Herunterladen, die sich mit der Effektivität von Ernährungsprogrammen - speziell 5-a-Day - befassen.

Download
Studie zur Effektivität von Ernährungsprogrammen
Die London School of Hygiene and Tropical Medicine, UK, überprüfte 2005 verschiedene Ernährungsprogramme auf ihre Effektivität, um durch gesündere Ernährung Krankheiten vorzubeugen. (wissenschaftliche Studie auf Englisch)
f&v_promotion_effectiveness.pdf
Adobe Acrobat Dokument 925.6 KB
Download
Studie zur Wirkung von Obst und Gemüse auf Dein Gewicht
Die Centers of Disease Control and Prevention in Atlanta, USA, untersuchten, wie sich Obst- und Gemüsekonsum auf Dein Körpergewicht auswirkt bzw. Übergewicht bekämpft. (wissenschaftliche Studie auf Englisch)
f&v_weight_management.pdf
Adobe Acrobat Dokument 624.9 KB
Download
Studie zur Wirkung von Obst und Gemüse zur Vermeidung von Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen
Das Beth Israel Deaconess Hospital in Boston, Massachusetts, USA, untersuchte die Wirksamkeit von Obst und Gemüse zur Risikoverminderung von Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen. (wissenschaftliche Studie auf Englisch)
f&v_cvd_diabetes.pdf
Adobe Acrobat Dokument 693.6 KB

Aus meinem Amazon Partner Programm gibt es hier nützliche Artikel zum Thema:


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