InspiParade 2018 / 2019

Inspicon.de hat zur Blogparade geladen: Zum Jahresende sollen interessierte Leser bis zum 10. Januar 2019 schreiben, filmen und sprechen, wie das Jahr 2018 für sie gelaufen ist und was für 2019 geplant ist.

 

Als mir auf Facebook eine Freundin die InspiParade vorschlug, war ich sofort begeistert. 2018 war für mich ein sehr emotionales Jahr gewesen, das seine Ereignisse und Erkenntnisse nachhaltig mit in meine Zukunft tragen wird. Lest selbst!

Was war? Was bleibt? Was kommt?

Prolog

Mit dem auslaufenden Jahr 2017 war mir klar geworden, dass sich dringend etwas ändern musste, damit ich finanziell stabil werden und bleiben könne. Die vegangenen 2 Jahre hatten gezeigt, dass mein Business nicht mehr tragfähig war, seitdem ich meine letzte Praxis in der Innenstadt durch einen Wasserschaden Ende Januar 2015 verloren hatte. Darum ging ich vor allem mit dem einen Vorsatz ins Jahr 2018 hinein, mir wieder eine Vollzeitstelle zuzulegen und meine Selbstständigkeit nebenher weiterzuverfolgen oder sogar ganz aufzugeben. 

 

Aber was genau sollte das für eine Vollzeitstelle sein? Diese Vision konkretisierte sich im Laufe des Jahres zusehens. Ebenfalls wurde ich mir wieder bewusst, was ich an einem Arbeitsplatz haben will und was nicht. Dabei musste ich vielen, widerlichen Glaubenssätzen tief in die Augen schauen, die mir von außen über viele Jahrzehnte eingeimpft worden waren...und mich von ihnen verabschieden. Weiterhin verabschiedete ich mich 2018 von mehreren Menschen, die sich letztendlich als hochtoxisch für mich erwiesen haben und demnach nicht mehr in meinem Umfeld geduldet werden konnten. Dazu kam noch ein weiterer, unerwarteter und sehr schmerzhafter Abschied sowie ein kommender Abschied, der zum Jahresende seinen deutlichen Schatten auf meine Zukunft wirft.

 

Das Jahr hat mir vor allem mehr Klarheit in meinem Leben gebracht, wofür ich sehr dankbar bin. Genau diese erarbeitete, erschwitzte und erweinte Klarheit macht meinen Weg eben nicht leichter, sondern schwerer. Und gerade das ist jetzt nötig, konsequent durchzustehen, denn wenn ich schwach werde und mich wieder an alte, schädliche Glaubenssätze klammere wie an einen vermeintlichen Rettungsring, den mir viele Leute raten zu greifen, wird es mein sicherer Untergang werden...  

Beruflicher Rückblick

Das wichtige, berufliche Highlight 2018 war meine Fortbildung zum Weinprofi im März. Ich wollte sehen, ob ich wieder in der Profiliga mithalten und nochmal eine Schippe drauflegen könnte...und ich konnte es! Mit dem Zertifikat des WSET Level 3 für Weine habe ich mir einen international anerkannten Abschluss verdient, der mich als als Profi im Weinbusiness ausweist. Ich möchte als Weinfachberater im gehobenen Fachhandel oder als Sachbearbeiter im Weineinkauf tätig werden. Meine 15 Jahre in der Hotelllerie sind eine gute Grundlage dafür. Wichtig für mich ist, dass ich meinen Beruf voll ausleben kann - egal in welcher Sparte.

 

Mit dem Fortschreiten des Jahres 2018 merkte ich aber auch, dass ich einen Plan B für meine Selbstständigkeit brauchte. Von Personalexperten wurde mir klar gesagt, dass ein Umsatteln von Selbstständigkeit auf Angestelltenverhältnis mit fast 50 höchstwahrscheinlich keine Leichtigkeit sein wird. Dazu gibt es noch zu viel alte Glaubenssätze und Unflexiblilität in den Köpfen der meisten Personalchefs. An einen Job kommt man in meinem Alter am besten durch Beziehungen, die man sich knüpft. Was, wenn das aber nicht aufgeht? Im Jahr 2018 hat es nicht zu einem neuen Job gereicht, aber wichtige Beziehungen wurden geknüpft.

 

Über eine Reformierung meines Gesundheitspraktiker-Konzeptes hatte ich schon nachgedacht:

 

Die Probleme

  • fast alle Leute, die sich bei mir melden, muss ich wieder wegschicken, weil sie schon 'zu tief in den Brunnen gefallen' sind; das heißt: sie einen Arzt oder Psychologen brauchen, der sich um ihre Probleme kümmert
  • Ich werde als Gesundheitsblogger zwar regelmäßig positiv wahrgenommen, glaube aber, dass ich nicht genügend Reichweite habe, um Gastbeiträge bei mir für Geld zu promoten...zumindestens glaubte ich das noch bis vor kurzem
  • die meisten Leute wollen beim Coaching nicht wirklich aus ihrer unbequemen Komfortzone heraus, weil sie noch nicht genügend gelitten haben und natürlich auch Angst haben, dass man außerhalb der Komfortzone noch schneller und nachhaltiger scheitern kann 
  • auf den sogenannte sozialen Medien wird fast nur Unverfängliches gerne und häufig geteilt. Ich verbreite ja eher sehr kontroverse Meinungen, mit denen sich die meisten Menschen nicht in der Öffentlichkeit zugeordnet sehen wollen
  • mein Geld, eine neue Coachingpraxis in der Düsseldorfer Innenstadt zu eröffnen und die ersten Jahre finanziell zu stützen, reicht nicht aus

 

Die Lösungsansätze

  • ich selbst tendiere heute eher zum Gesundheitscoaching als Schwerpunkt
  • wenn die Leute offline nicht den Weg zu mir finden, möchte ich sie online erreichen. Die ersten Versuche, Coaching online zu starten, schlugen leider bis jetzt fehl
  • als meine beste Zielgruppe habe ich nicht - wie man eigentlich denken könnte - das geknechtete, werktätige Volk gefunden, sondern Kollegen, weil sie mich im Gegensatz zu normalen Menschen verstehen können und viel freier von Vorurteilen gegenüber meinen Methoden sind
  • das Thema Sponsored Content und Remote Writing ist mein derzeit wichtigster Ansatzpunkt, den ich zuvor noch nicht gesehen hatte
  • vielleicht noch etwas Anderes...vielleicht mit Wein?

Es ist und bleibt spannend!

Privater Rückblick

Der wohl schlimmste Schlag für mich 2018 war der recht plötzliche Tod meiner Katze Mellie, bei der kurz vor Ostern überraschend ein erblicher Herzfehler festgestellt wurde. Keinen Monat später erlag Mellie ihrer schweren Erkrankung am späten Abend des 22. April. Zu Glück hatte ich noch Mellies Schwester Melody bei mir, sonst wäre ich wieder in ein tiefes, schwarzes Loch gestürzt wie im März 2015 beim Tod meiner ersten Katze Kira.

 

Auch ein Freund aus dem ferneren Freundeskreis verstarb nach einem Verkehrsunfall, was mich ebenfalls deutlich mitnahm. 

 

Befreiend war für mich der Abbruch des Kontaktes zu verschiedenen Kollegen, die mir unterm Strich mehr Energie geraubt als gegeben hatten und sich mehrfach alles andere als wertschätzend in der Vergangenheit verhalten hatten.

 

Eine liebe Freundin, die ich vor gut zwei Jahren auf Facebook kennengelernt hatte, teilte mir Anfang 2018 mit, dass sie Krebs hatte. Ein halbes Jahr später hatte sie ihren Krebs besiegt. Das zeigte mir eindeutig, wie schnell sich das Blatt im Leben wenden kann. An meinem 50. Geburtstag werden wir uns zum ersten Mal live treffen. 

 

Meinen einzigen Urlaub, den ich mir 2018 gegönnt hatte, waren 3 wunderschöne Tage in London, wo ich direkt auf der Portobello Road bei Einheimischen gewohnt hatte. Definitiv ein Highlight, von dem ich schon länger geträumt hatte!

 

Weihnachten 2018

Über die Jahre hat sich bei mir eine bestimmte Einstellung zum Weihnachtsfest entwickelt, die sich dieses Weihnachten noch mehr konkretisiert hat. Weihnachten ist für mich ein Fest der Liebe und nicht ein Fest des Kommerzes. Mein diesjähriges Weihnachtsfest verbrachte ich wie folgt:

 

Der Weihnachtsabend ist für mich tatsächlich eine innere Einkehr zur Selbstliebe und zur den Menschen und Tieren, die direkt bei mir im Haushalt leben mit denen ich aufs Engste verbunden bin. Wir lassen es uns gut gehen. Neu war dieses Jahr für mich, dass ich am Weihnachtsabend keine Fressorgie mehr veranstaltet habe. Abends warm und extrem reichlich zu essen, tut mir nicht gut.

 

Ein ausgiebiges und gutes Essen findet dafür zum Mittag des 1. Weihnachtsfeiertages statt. Erst am Morgen packte ich meine Geschenke aus. Das Ganze orientiert sich also eher an den britischen und italienischen Gepflogenheiten als an den deutschen. Der 1. Weihnachtsfeiertag ist auf meine Außenwelt ausgerichtet. Das heißt, ich kontaktiere Verwandte und Freunde, um ihnen eine schöne Weihnachtszeit zu wünschen.

 

Am 2. Weihnachtsfeiertag gehe ich meist draußen etwas essen und mache mir einen entspannten Tag. Diesmal nutzte ich diesen Tag auch, um den Toten, die mir am Herzen liegen zu gedenken. Und eine weitere Neuerung gab es diesmal auch: Ich beendete eine langjährige Geschäftsbeziehung, die über die Jahre immer wieder unvereinbare Konflikte aufgeworfen hatte...zum Besten beider Seiten. Ich will einfach unbelastet aus diesem Jahr hinausgehen. Das heißt, dass ich in Zukunft den 2. Weihnachtsfeiertag dazu nutzen werde, mich von Menschen zu trennen, die mir nicht gut tun, falls ich das noch nicht während des laufenden Jahres erledigt habe.     

Was sich abzeichnet

Gerade jetzt sind Disziplin und ein optimistischer Blick nach vorne sind für mich überlebenswichtig. Ob als Selbstständiger oder als Angestellter oder in einer Mischform. Von einem alten Freund wurde ich in den vergangenen Tagen auf sehr interessante Weise inspiriert. Da ist noch viel Luft nach oben für mich, merkte ich. Doch was wird sich durchsetzen und Bestand haben? Wichtig ist für mich, dass ich Pläne und Ziele habe. Das hält mich lebendig.

 

Bei meinem Vater ist es für seine Zukunft nicht so gut bestellt. Zwar feierte er im Dezember seinen 90. Geburtstag, aber die Zeichen sagen, dass es möglicherweise sein letzter Geburtstag gewesen sein wird. Im November wurde ihm ein Krebstumor entfernt. Zur Nachsorge wurde ihm natürlich eine Strahlenterapie verschrieben. Wer meine Meinung zur konventionellen Krebstherapie kennt, weiß, dass ich hier keine wirklichen Hoffnungen mehr sehe.

 

Vielen Dank, geliebter Vater, für alles, was Du für mich getan hast, aber niemals hättest tun müssen. Das war alles freiwillig, keine Pflicht, aber Du hast es zu Deiner Pflicht gemacht und darum verdienst Du den Titel Held...auch wenn wir oft nicht einer Meinung waren. Ich liebe Dich.

Die Musikstücke zwischen den Absätzen waren für mich für das Jahr 2018 repräsentativ für meine Stimmung, die dieses Jahr hinterlassen hatte. Ein dunkeles Jahr, aber immer wieder von kraftvollen, weißen Lichtstrahlen durchdrungen. Auf zu neuen Ufern!

 

Ich wünsche Euch allen ein schönes, gesundes, erfolgreiches und glückliches Jahr 2019!

Schlusswort zu 2018 & Motto und Vision für 2019

Im Februar wird erstmal Bergfest gefeiert. Für die Leute, die nicht wissen, was ich mit Bergfest meine: Ich werde 50 Jahre jung und freue mich tierisch darauf!

 

Am liebsten möchte ich weiter selbstständig bleiben, weil ich mich sehr an den fließenden Wechsel aus beruflichen und privaten Terminen gewöhnt habe und dies als sehr angenehm empfinde. Diese rigide Trennung aus strictly business und Privatleben ist für mich nicht mehr wirklich angenehm vorstellbar und der klassische Arbeitsmarkt ist in Sachen Arbeiten 4.0 ist noch nicht weit genug vorangeschritten. 

 

Was ist brauche, ist eine lukrative Marktlücke, die mir eine ortsunabhängige, selbstständige Tätigkeit bringt, von der ich gut leben kann bzw. die sich mit anderen Jobs gut ergänzen lassen. Ein Konzept ist derzeit in Arbeit und wird im Januar 2019 das Licht der Welt erblicken. Es dreht sich um Remote Writing - also eine ausgelagerte Texterstellung für Auftraggeber, denen die Zeit oder das Talent zum Texten fehlt, was in Deutschland noch eher eine Marktlücke ist. Digitale Nomaden sind hier meine Inspiration. Wenn das anschlägt, wäre ich überglicklich.

 

Eine enge Freundin sagte mir über das Jahr 2019, dass es das Jahr sein wird, wo viele Menschen sich aus Abhängigkeitsverhältnissen abnabeln und in ihre volle Kraft gehen werden. Das gefällt mir sehr gut...und ich sehe auch bei meiner derzeitigen Lage gar keine andere Möglichkeit, als genau das zu tun!

 

Nun zu meiner Vision: Ich sitze bei schönem Wetter im Londoner Hyde Park und arbeite an meinem Laptop. Das wär's! 

"Du wirst eben genau das erreichen, woran keiner glaubt"

Heiko Beck Kos

Mein aktueller Blogeintrag:

Arbeiten Sie doch, wo Sie wollen!

Der Spiegel-Titel Nr.2 vom 05. Januar 2019
Der Spiegel-Titel Nr.2 vom 05. Januar 2019

Der Trend des ortunabhängigen Arbeitens breitet sich immer mehr aus. Auch in Deutschland. Darum widmete DER SPIEGEL seine zweite Titelsotry des Jahres dem Trend Remote Working - das ortsumabhängige, oft freiberufliche Arbeiten auf der ganzen Welt oder von Zuhause im Home Office.

 

Meine Meinung zu diesem SPIEGEL-Leitartikel ist grundsätzlich durchweg positiv. In meinem Artikel habe ich noch Dinge ergänzt, die mir gefehlt haben, Sachen kommentiert und weitere Praxisbeispiele vorgestellt.

 

Mit der fortschreitenden Digitalisierung ist Remote Working ja nicht nur in Deutschland auf dem Vormarsch. Es existiert in verschiedenen Variationen und wird aus den verschiedensten Gründen favorisiert...oder auch eben nicht. Es ist ein Teil des großen Kapitels Arbeiten 4.0, das in den letzten Jahren verstärkt von unserer Bundesregierung beworben wurde. Die Umsetzung in den verschiedenen Branchen ist sehr unterschiedlich weit fortgeschritten.

 

Mich interessiert, wie die Arbeitswelt der Zukunft demnächst aussehen soll bzw. wird. Das sehe ich nicht nur rosig. 

 

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