Wohlstandslüge: Reiches Deutschland?

In den vergangenen Jahren wurden immer häufiger kritische Stimmen laut, dass die Schere zwischen armen und reichen Bürgern immer weiter auseinander geht. Der Mittelstand wird immer weniger und rutscht in die Armut ab, während die Reichen immer reicher werden.


Wie steht es um uns Deutsche und welche Folgen hat das für Deutschland und die Gesundheit der Deutschen?

Die Deutschen haben in Europa mit den höchsten Lebensstandard, aber irgendwas läuft auch in Deutschland mächtig schief. In Deutschland gibt es immer mehr Menschen, die immer ärmer werden und Wohlhabende, die auf Kosten der einfachen Bürger immer reicher werden.

 

Dem deutschen Staat wird durch die EU immer mehr Geld zur Unterstützung ärmerer EU-Mitgliedstaaten entzogen, ohne auf den Eigenschutz zu achten. Die Lösung der deutschen Politik ist eisernes Sparen, aber am falschen Platz, denn diese Sparmaßnahmen treffen den Normalbürger, weil der Staat sich nicht nicht bei den Bürgern bedient, die wirklich Geld haben und sogar deutlich höhere Abgaben finanziell gut verkraften könnten. Man glaubt, mit der Privatisierung staatlicher Institutionen und dem Abbau staatlicher Leistungen Deutschland helfen zu können. Aber genau das mach die reichen Leute noch reicher und entzieht einst staatliche Institutionen auch gleichzeitig staatlicher Kontrolle. Eine gefährliche Entwicklung.

 

Letztendlich können sich nur noch Bürger mit besserem Einkommen eine finanzielle Absicherung für ihr Alter, hochwertige Heilbehandlungen, gute Rechtsbeistände oder in Zukunft auch Sicherheitdienstleistungen leisten. 

 

Politiker und Forschungsinstitute stellen immer realitätsfremdere Behauptungen auf - aus Scheuklappendenken oder zur gezielten Täuschung der Bürger? Auf der anderen Seite werden skrupellose Geschäftemacher z. B. am Wohnungs- und Energiemarkt nicht effizient vom Staat kontrolliert, so dass sie in die Maßlosigkeit, z. B. in der Preisgestaltung, abgleiten.Tragbar sind diese Zustände nicht, denn sie schädigen Deutschland und seine Bürger!

 

In der WDR-Sendung 'Gegen den Strich' wird diesen Problemen einmal nachgegangen:

Bedenkt man, dass es vielerorts Wohnungsleerstände gibt, immer mehr Selbstständige Pleite gehen, landwirtschaftliche Überproduktion einfach vernichtet wird oder noch gute Lebensmittel kurz über dem MHD von Supermärkten oder übrig gebliebene Speisen von Hotels nicht an soziale Organisationen wie die lokalen Tafeln gespendet werden dürfen, sondern weggeworfen werden müssen, wird Ihnen der Irrsinn in unserem System klar. In Deutschland müsste niemand hungern oder obdachlos sein! Unsere immer asoziale Politik muss endlich wieder menschlich werden und auch Verantwortung nach oben konsequent einfordern!

Wie unsere heutige Führungselite tickt

Insbesondere die mächtigen und wohlhabenden Deutschen leben oft in einer eigenen Welt, die mit der Realität eines Normalbürgers nichts zu tun hat. So machen in Deutschland immer mehr Politiker Gesetze, die nicht zielgruppengerecht sein können, weil die Macher dieser Gesetze die Zielgruppe nicht (mehr) kennen (wollen). Dafür lassen sich führende Politiker lieber von mächtigen Industrielobbies immer direkter beeinflussen. Der leidtragende ist immer mehr der einfache Bürger. 

 

Der Soziologe Prof. Dr. Michael Hartmann erläutert die Denkstrukturen unserer oberen sozialen Gesellschaftsschichten und deren Einfluss auf die deutsche und europäische Gesellschaft in einem 6-teiligen Videovortrag auf YouTube detaillierter: 

Altersarmut

Die Lebensumstände vieler Senioren, die nicht viel Geld zum Leben haben, ist heute schon sehr besorgniserregend: Noch handelt es sich um Menschen, die fast ihr ganzes Leben bis zur Rente gearbeitet haben. Wenn die Generation, die in den späten Sechzigern und Siebzigern geboren wurden, ihre Rentenalter erreichen, wird der Anteil der Rentner fast die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. Ab dieser Generation wird zeitweilige oder längere Arbeitslosigkeit nichts ungewöhnliches gewesen sein. Durch viele geburtenschwache Jahrgänge werden die Rentenkassen nicht ausreichend gefüllt sein, um die Renten auszahlen zu können, wenn wir uns nicht ein effizienteres Rentenkonzept ausdenken. Die Gedanken zum bedingungslosen Grundeinkommen (BGE), aber nur für bestimmte Bevölkerungsgruppen, sehe ich hier als einen interessanten Denkansatz. Derzeit steuern wir auf eine riesige Welle der Altersarmut zu. Das heißt: Wenn es so weitergeht wie jetzt, existieren in ein paar Jahrzehnten fast die Hälfte aller Menschen nur noch von einer staatlichen Grundsicherung, die nicht zum Leben reichen wird...und diese Menschen werden keine lange Lebenserwartung haben.

 

Schon seit ein paar Jahres gehört es zum ganz normalen (!!!) Straßenbild, dass Senioren die Mülltonnen nach Essensresten durchsuchen, weil sie kein Geld haben, sich Lebensmittel zu kaufen. Eine ehemalige Nachbarin von mir muss mit Anfang 80 noch arbeiten gehen, um weiterhin ihre Miete bezahlen zu können. Ihre Waschmaschine ist seit Jahren kaputt und sie kann sich keine neue leisten. Die eigene Tochter vernachlässigt ihre Mutter sträflich. Ich habe auch immer wieder gehört, dass im Winter alte Menschen einfach erfrieren, weil sie aus Kostengründen nicht mehr heizen oder ihnen der Strom abgestellt wurde.


Die Altersarmut ist schon längst angekommen in unserer Gesellschaft. Aufgrund des fehlenden sozialen Zusammenhaltes in unserer Gesellschaft und der häufige Wegfall des ursprünglichen, sozialen Auffangnetzes durch die Familien sind die meisten Menschen auf sich allein gestellt. Kirchliche und soziale Hilfsorganisationen sind häufig stark ausgelastet. Sobald Senioren ohne Geldreserven Gesundheitsdienstleistungen brauchen, die zusätzliches Geld kosten, dass die Krankenkassen nicht übernehmen, gibt es sehr ernste Probleme. Die Krankenkassen bauen weiter ihre Standardleistungen ab, obwohl viele gute, finanzielle Reserven in den letzten Jahren erwirtschaftet haben.


Obdachlosigkeit

Ohne funktionierendes, eigenes, soziales Netz und ohne gute finanzielle Rücklagen können Sie in Deutschland relativ schnell in die Obdachlosigkeit abrutschen. Sie verlieren Ihre Arbeit und finden keine neue Stelle mehr oder nur noch prekäre Arbeitsverhältnisse, die ihre letzten finanziellen Reserven aufbrauchen. Es reichen der eine oder andere organisatorische Fehler beim Jobcenter oder ein nicht-kooperatives Verhalten Ihrerseits, dass sie verspätet nötiges Geld erhalten oder verwehrt bekommen. Schon rutscht Ihr Kontostand ins Minus oder sie können Ihre steigende Miete nicht mehr bezahlen. Sie verlieren Ihre Wohnung und / oder Ihr Konto und befinden sich plötzlich in einem Teufelskreis gefangen, weil es jetzt fast unmöglich geworden ist, als Obdachloser einen Job zu bekommen.


Es wurde lange von der Agentur für Arbeit geleugnet, aber HARTZ IV-Empfänger werden tatsächlich im Extremfall bis zur kompletten Zahlungsverweigerung sanktioniert, was für den Arbeitslosen letztendlich die Obdachlosigkeit bedeutet. Das ist zwar rechtswidrig, aber wo kein Kläger, da kein Richter...ach ja...und zum (kompetenten) Klagen bräuchte man ja auch wieder Geld, das nicht vorhanden ist.   

 

Ich habe schon ein paar Geschichten von Menschen mit teilweise guten Jobs gehört, den obiges widerfahren ist und die dann obdachlos geworden sind. In Düsseldorf ist als soziale Organisation neben den Kirchen fiftyfifty besonders löblich zu erwähnen, die sich mit diversen Projekten um die Düsseldorfer Obdachlosen kümmert.

 

 

Die Zerschlagung des Mittelstandes

Der Mittelstand, der allgemein das Rückgrat der Gesellschaft darstellt, ist immer weiter am aussterben. In der Regel kommt es bei mittelständischen Familien immer häufiger zu einem sozialen Abstieg in Richtung Armut, der durch oft fehlende Familienstrukturen und dadurch fehlende soziale Auffangnetze nur schwer rückgängig gemacht werden kann.

 

Die mittelständischen Unternehmen, die einst die wichtigste Komponente der Volkswirtschaft waren, werden immer mehr von großen, internationalen Konzernen verdrängt. Mit den geplanten Freihandelsabkommen TTIP, TiSA und CETA zwischen den EU und den USA & Kanada wird die Konkurrenzsituation für die meisten Mittelständler noch schwieriger werden.


Die Profiteure des Neoliberalismus

Alle Vermögenswerte, die der Normalbürger durch obige, unglückliche Umstände verliert, wird von Leuten mit mehr Geld aufgekauft und macht diese wohlhabenderen Leute damit noch (einfluss-)reicher. So geschieht, einfach ausgedrückt, die Umverteilung von Vermögenswerten von arm nach reich.

 

Mit der fortschreitenden, internationalen Finanzkrise haben sich die Wohlhabenden immer mehr mit stabileren Sachwerten eingedeckt und inflationsgefährdetes sowie zinsarmes Geld abgestoßen. Wohlhabende und reiche Leute können sich immer mehr leisten und somit auch die besten Gesundheitsdienstleitungen, Juristen, Bildungseinrichtungen oder Lebensmittelquellen für sich nutzen, was den Leuten mit immer weniger Geld immer weniger möglich ist.

 

Abschließend beschreibt Prof. Dr. Mausfeld in einem Interview mit Ken Jebsen unsere moderne Industriegesellschaft und die Formung unserer Gesellschaft durch unsere tatsächlichen Machthaber. 

Mein Fazit

Um Deutschland zu retten, brauchen wir wieder ein tragfähiges Sozialnetz durch Gesellschaft und Familie. Die Festigung und der Ausbau des Mittelstandes und mittelständischer Unternehmen für eine starke Volkswirtschaft müssen wieder ein starkes Rückgrat Deutschlands werden. Starke, regionale wirtschaftliche Netzwerke brauchen wieder Vorrang vor internationalen Handelsbeziehungen, aber ohne diese aber zu schädigen. 

 

Aus hohen Ressourcen und Kompetenzen erwächst für mich auch immer eine große Verantwortung für die Gesellschaft. Eine zumutbare und gerechte Belastung aus Fordern und fördern aller Bevölkerungsschichten müsste wieder Oberhand gewinnen. So hätten wir wieder eine gute Chance, wirklich nachhaltig gesund und stark in Deutschland und im Verbund für Europa zu werden. Zur Zeit sieht es aber mit diesem Wunsch eher schlecht aus, denn unsere Bundeskanzlerin will offensichtlich in Deutschland amerikanische Verhältnisse einführen.


„Denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit."


Dr. Angela Dorothea Merkel

CDU-Jahrestag 16. Juni 2005

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Mein aktueller Blogeintrag:

Wissenschaftliche Stimmen gegen das Impfen

Offizielle Stellen sehen Impfungen als den besten Schutz gegen gefährliche Krankheiten an. Immer wieder bekommen wir des gebetsmühlenartige Mantra "Impfungen sind sicher und wirksam" zu hören.

 

Es wird als Paradoxon hingestellt, dass Kritiker und Gegner von Impfungen vor allem in gebildeten Bevölkerungsschichten zu finden sind. 

 

Wenn Du aber genauer hinsiehst, gibt es umso mehr wissenschaftlich fundierte Impfkritiker und Impfgegner, umso mehr staatlicher Druck oder gar Zwang auf die Bevölkerung ausgeübt wird. Hier gehe ich der Sache auf den Grund, ob tatsächlich fachliche Zweifel am Impfwesen berechtigt sind.

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