Change Management intelligenter umsetzen

Change Management ist wichtig für das Überleben einer Firma und auch für jeden einzelnen Menschen. "Nichts ist beständiger als der Wandel", sagt ein altes Sprichwort. Aber die Angst vor dem Unbekannten gehört nunmal zum Wesen der meisten Menschen. Wie führe ich in meinem Betrieb oder in meinem Leben geplante Veränderungen so ein, dass sie mit möglichst wenig Widerstand umgesetzt werden können?

Veränderungen erfolgreich umsetzen

70% aller Change Management Aktionen gelingen nicht, weil sie schlecht vorbereitet wurden und die betroffenen Menschen nicht konstruktiv mit einbezogen wurden. Change Management hat in der Praxis eine Bandbreite von

  • etwas Neues einführen zu wollen, aber aufgrund massiven Widerstandes, lässt man es einfach wieder beim Alten und
  • der Chef sagt, "Ab morgen wir das so gemacht. Wer nicht mitzieht, fliegt raus!"

Beide Extreme sind bei nötigen Veränderungen mehr schädlich als nützlich. 

 

Effektives Change Management verlangt eine gute Planung und Vorbereitung, um erfolgreich sein zu können. Sowohl für ganze Abteilungen und Betriebe als auch für jeden Einzelnen.

 

Bei jedem Veränderungsprozess verlässt Du Deine Komfortzone. Das ist der Lebensbereich und Ablauf des Alltages, der Dir vertraut ist und wo Dir in der Regel keine Gefahr droht. Alles ist bekannt. 

 

Wenn Du Deine Komfortzone verlässt, beginnt das Abenteuer: Es kann sich für Dich zum Schlechteren oder zum Besseren entwickeln, aber das Ergebnis ist Dir noch unbekannt. Klar ist, dass dies ganz instinktiv bei Dir Stress auslösen wird - ob positiv oder negativ. Dein instinktiver Gefahrenriecher im Kopf ist die Amygdala aka das 3. Auge - eine wichtige Drüse in Deinem Gehirn, die Dir helfen soll, zu überleben. Dieses Spektrum reicht von einer erhöhten Aufmerksamkeit bis zum Frage 'Kampf oder Flucht'. Wenn Dein Gehirn im Alarmmodus ist, bleiben komplexe Denkvorgänge, Planungsvermögen, Empathie, Kreativität, etc. für diese Zeit nicht mehr (voll) abrufbar. Es kann schnell zu irrationalen Gedanken und unklugen Handlungen kommen.  

 

Change Management in Betrieben

Im folgenden Video wird ein Change Management Prozess in 8 Schnitten nach Prof. John Kotter beschrieben, der an der Harvard Business School Führungsmanagement lehrt. (in englischer Sprache)

Solch ein Ablauf im Change Management möchte ich als klassisch in Konzernen und großen Firmen bezeichnen. Ein Veränderungsprozess wird von der Geschäftsführung an die Führungskräfte angekündigt und all die positiven Dinge, die dieser Veränderungsprozess mit sich bringen soll. Nachteile werden sicherheitshalber erst gar nicht genannt. Dafür aber Standardargumenten, mit denen die Führungskräfte gegen mögliche Einwände ihrer Mitarbeiter argumentieren sollen. Natürlich ist dieser Veränderungsprozess unbedingt notwendig (weil die Mitbewerber es ja schließlich auch machen). Es wird mit Zuckerbrot und Peitsche gearbeitet. Wer die entsprechenden Veränderungen in seinem Bereich planmäßig durchführt, bekommt eine Prämie. Wer die Veränderungen nicht fristgemäß umsetzt oder gar Widerstand leistet, muss mit negativen Konsequenzen bis hin zur Entlassung rechnen.

 

Professor Kotter findet in einem anderen Video sehr klare Worte gegen Widerständler: "Wer sich nicht überzeugen läßt und ständig dagegen ist, muss aus der Firma beseitigt werden!"  

 

Dieses konservative Führungsdenken wälzt die vermeintliche Schuld des Scheiterns klassisch auf dem Rücken des Angestellten ab, der nur als Störfaktor gesehen wird und das Überleben der Firma gefährdet. Gute und zeitgemäße Personalführung sollte aber anders laufen.

 

 

Sich gemeinsam weiterentwickeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben

Die Firmen, die erfolgreich ihre Change Projekte auf allen Ebenen umsetzen konnten, weisen eine Führungs- und Unternehmenskultur auf, die ihre Menschen in den Mittelpunkt stellt, anstatt sie zu versachlichen. 

 

Stichworte wie laterale Führung, flache Hierarchien und ein deutliches Mehr an Kompetenzen für Mitarbeiter und Führungskräfte sind dabei wichtig. Insbesondere 3 Erfolgsfaktoren treiben den Erfolg einer leistungsstarken und wettbewerbsfähigen Firma voran:

  • die Mitarbeiter fühlen sich mit ihrem Unternehmen loyal verbunden. Alle Mitarbeiter und Führungskräfte werden gleich behandelt. 
  • die Mitarbeiter haben eine Mitspracherecht an der Mitgestaltung ihres Arbeitsplatzes und werden in viele betriebliche Prozesse aktiv mit einbezogen.
  • die Mitarbeiter und Führungskräfte haben eine gemeinsame Vision. Führungskräfte leben die Firmenwerte ihren Mitarbeiter täglich vor. Auch die Mitarbeiter identifizieren sich mit den Firmenwerten.

Unternehmensberater Sebastian Purps-Pardigol erzählt anhand von Beispielen aus der Praxis: 

 

 

 

Aus eigener Erfahrung kann ich nur empfehlen, sich von Firmen fern zu halten, die ihre Firmenphilosophie auf dem Papier nicht in der Praxis umsetzen. Du ersparst Dir dabei viel unnötigen Ärger!

 

Change Management in der Gesellschaft / Politik

Auf gesellschaftlicher Ebenen finden natürlich ebenfalls Change Management Prozesse statt, die mehr oder weniger gut verlaufen.

  • das seit 2007 EU-weit angestrebte Rauchverbot in Restaurants, öffentlichen Gebäuden und am Arbeitsplatz wurde z. B. in Großbritannien sehr problemlos eingeführt, während in Deutschland trotz oft eindeutiger Regelungen es große Probleme mit der tatsächlichen Umsetzung und der Ahndung von Verstößen gibt. Vor allem eine starke Tabaklobby sowie ziviler und auch behördlicher Ungehorsam sind hier als Ursache zu nennen.
  • die verwaltungstechnische Fusion der beiden Bundesländer Berlin und Brandenburg 1996 per Volksentscheid scheiterte nach meiner Meinung an einer schlechten Vorbereitung von Mitarbeitern dieser Bundesländer, die den Einwohnern die Fusion schmackhaft machen sollten. 
  • In der Politik haben einige Menschen oft den Eindruck, dass Veränderungsprozesse über viele Jahrzehnte Stück für Stück vorbereitet werden, aber die Bevölkerung ganz bewusst in Unkenntnis gelassen wird. Einige Dinge kristallisieren sich letztendlich als wahr heraus, andere nicht.

Change Management bedarf auf allen Ebenen eine gute Vorbereitung und Planung. Diese sollte sehr gut durchdacht sein und am besten von einem Coach oder einem speziellen Verantwortlichen begleitet werden, um den Fortschritt zu garantieren und zu dokumentieren. Wird auch nur auf einer Ebene geschludert, ist das Change Management Projekt schnell zum Scheitern verurteilt oder es wird nur ungenügend durchgesetzt.

 

Change Management bei Dir Selbst

Letztendlich beginnt Veränderung immer noch bei Dir selbst: Ob durch Deinen Vorgesetzten angeordnet, durch höhere Gewalt oder aus eigenem Antrieb. Dein innere Motivation ist die beste Voraussetzung, eine Veränderung erfolgreich in Deinem Leben umzusetzen. 

 

Die 4-stufige Planung links soll Dir helfen, Deine Veränderungswünsche konkret und schriftlich auszuarbeiten und umzusetzen. Bei der Kontrolle der Umsetzung empfehle ich Dir, eine Familienmitglied, einen Freund oder einen Mentor bzw. Coach einzusetzen. 

 

1. Analyse Deiner Situation

  • Ist eine Veränderung überhaupt nötig? (Sich verändern, nur weil alle anderen es tun)
  • Warum ist eine Veränderung nötig (Was gewinnst oder verlierst Du dadurch?)
  •  Willst Du diese Veränderung wirklich? (Denke über nötige Konsequenzen bei ja und nein nach, z. B. Kündigung Deines Jobs)

2. Planung

  • Hast Du eine Vision von Deinem Weg und Deinem Ziel? Das ist sehr wichtig!
  • Was brauchst Du, um Dein Ziel zu erreichen? (Ausbildung, Geld, Partner, Werkzeuge, Dienstleister)
  • halte am besten alles schriftlich fest und habe auch einen Plan B

3. Umsetzung 

  • Werde aktiv und dokumentiere Deine Schritte bzw. Teilerfolge. Setze Prioritäten und Unterziele.
  • Schreibe Dich an einer Uni ein, kaufe Dir ein Auto, eigene Dir in Fachgruppen bestimmte Kenntnisse und Fähigkeiten an, etc. - besorge alles, was Du für Dein Ziel brauchst!
  • Wenn möglich bestimmst Du Dein Tempo zu Deinem Ziel.

4. Erfolg

  • Erarbeite Dir Deine wichtigen Teilziele, die Du als Säulen für Dein Gesamtziel brauchst.
  • Gib nicht auf, wenn Du Deine Ziele nicht sofort schaffst.
  • Trenne Dich von Menschen, die Dir nicht gut tun und kontraproduktiv für Dich sind. 
  • Habe immer Deine Vision vom Erfolg vor Augen!
  • Feiere jeden Erfolg...insbesondere, wenn Du das Endziel geschafft hast!

 

Just als die Raupe dachte, ihre Welt ginge unter, wurde sie zum Schmetterling.

 

Buchtipp zum Weiterlesen: Führen mit Hirn

 

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Mein aktueller Blogeintrag:

Wissenschaftliche Stimmen gegen das Impfen

Offizielle Stellen sehen Impfungen als den besten Schutz gegen gefährliche Krankheiten an. Immer wieder bekommen wir des gebetsmühlenartige Mantra "Impfungen sind sicher und wirksam" zu hören.

 

Es wird als Paradoxon hingestellt, dass Kritiker und Gegner von Impfungen vor allem in gebildeten Bevölkerungsschichten zu finden sind. 

 

Wenn Du aber genauer hinsiehst, gibt es umso mehr wissenschaftlich fundierte Impfkritiker und Impfgegner, umso mehr staatlicher Druck oder gar Zwang auf die Bevölkerung ausgeübt wird. Hier gehe ich der Sache auf den Grund, ob tatsächlich fachliche Zweifel am Impfwesen berechtigt sind.

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