Wie sinnvoll ist Intervallfasten?

Intervallfasten ist einer der Ernährungstrends im Jahr 2019. Dabei ist diese Methode schon älter und auch unter dem Namen intermittierendes Fasten bekannt.

 

Dem Intervallfasten werden verschiedene, wundersame Wirkungen zugeschrieben: von der zügigen Gewichtsabnahme bis zur Risikoreduzierung vieler Zivilisationskrankheiten.

 

Was tatsächlich dahinter steckt, erkläre ich Dir in diesem Beitrag und auch aus eigener Erfahrung, denn ich praktiziere Intervallfasten seit Juli 2019.

Wie gut Intervallfasten bei mir funktioniert

Vom Intervallfasten hatte ich erst gehört, als ich es schon ein paar Wochen ganz instiktiv praktizierte.

 

Anfang Juli bin ich durch eine Nierenkolik während mengenmäßig und zeitlich sehr in meinen Essgewohnheiten eingeschränkt worden. Ich beschloss, nur einmal am Tag etwas - und nicht zu viel - zu essen. Als Zeit zum Essen wählte ich den Vormittag aus, weil dies am nächsten mit der höchsten Aktivitätsphase des Magens  (von 07:00 bis 09:00 Uhr) laut der Traditionellen Chinesischen Medizin liegt und ich zu dieser Zeit auch etwas essen wollte. Mein Körper gewöhnte sich auffallend schnell an die einmalige Essenszeit am Tag.

Nach der Nierenkolik konnte und wollte ich gar nicht mehr diese großen Portionen und so oft am Tag essen. Auch fettiges Essen und kurzkettige Kohlehydrate wie Pastagerichte konnte ich nicht mehr haben. Inzwischen aß ich zwischen morgens und mittags nur Frühstück und Mittagessen. Ansonsten trank ich viel stilles Wasser am Tag.

 

Davon nahm ich 10 Kg ungesundes Bauchfett ab und hielt dann mein Gewicht, das für meinem BMI absolut im Normalbereich liegt. Ich fühle mich so prima und bekam auch wieder Lust auf Sport. Für mich scheint Intervallfasten also gut zu funktionieren.  Auch automatisch mit meiner Genesung von dem Nierenstein kam meine endgültige Umstellung auf eine rein vegane Ernährung, was ich zuvor als Vegetarier nur gelegentlich praktizierte. Die alte Ernährungsweise mit tierischem Fetten und Eiweiß (Käse), zu vielen kurzkettigen Kohlehydraten und zu viel Tee hatte die Bildung meines Nierensteins begünstigt.

Intervallfasten - Trend oder vernünftige Ernährung?

Intermittierendes Fasten wurde schon in den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts praktiziert und erforscht. Jetzt tauchte es kürzlich wieder unter der Bezeichnung Intervallfasten als Trend auf. Dabei gibt es verschiedene Varianten und Meinungen, wann Du den Zeitraum von 8 Stunden festlegen sollst und wann den Zeitraum von 16 Stunden, an dem Du fastest.

 

Dieser wieder hochkommende Trend scheint für mich eher auf eine Rückbesinnung auf des Menschen Urzeiten zu sein. Am Anfang der Menschheit, aber auch bis über hundert Jahre zurück waren zwei oder gar drei Mahlzeiten am Tag für die meistejn Menschen keine Selbstverständlichkeit. Der menschliche Körper ist - im wahrsten Sinne des Wortes - für regelmäßige Hunger- und Durststrecken von der Natur konstruiert worden. Die permanente Verfügbarkeit von Nahrung kennt der Mensch erst seit wenigen Jahrzehnten. Seit dieser Zeit grassierten auch viele Zivilisationskrankheiten immer mehr. Die Zivilisationskrankheiten der Vergangenheit waren vor allem Mangelerscheinungen. Heute werden Zivilisationskrankheiten vor allen durch einen Nahrungsüberfluß ausgelöst, danach erst durch minderwertige Qualität (Mangel an Nährstoffen) und durch Giftstoffe im Essen.  

 

Vor diesem Hintergrund aus betrachtet glaube ich, dass Intervallfasten ein guter Schritt zurück zur menschlichen Natur unseres Körpers ...und damit vernünftig ist. Intervallfasten ist für mich kein Trend, sondern ein Lebensstil. Auch auf die Verbesserung der Qualität der Lebensmittel sollte unbedingt geachtet werden.

 

Trotz allem bietet sich natürlich ein regelmäßiger Check-Up bei Deinem Hausarzt an, um möglichen Mängeln früh auf die Spur zu kommen und frühzeitig ernährungstechnisch gegenzusteuern oder eine positive Bestätigung zu erhalten. Meinen erster Check-Up habe ich für Oktober 2019 durch einen Blut- und Urintest bei meinem integrativen Arzt geplant.

"Leerer Magen - langes Leben."

 

alte Volksweisheit


Ernährungs- und Bewegungsexperte Roland Liebscher -Bracht und die integrative Ärztin Dr. med. Petra Bracht erklären die Funktionsweise und Vorteile des Intervallfastens.

Intervallfasten im Praxistest. Der Bayrische Rundfunk hat eine Dame interviewt, die Intervallfasten ausprobiert hat.


Die erwiesenen Vorteile des Intervallfastens sind also:

 

  • Gewichtsabnahme bzw. Normalisierung
  • erhöhte Lebenserwartung
  • Diabetisprävention
  • reduziertes Krebsrisiko
  • das Vorbeugen gegen Alzheimer
  • Verbesserte Entgiftungsmöglichkeit des Körpers
  • Bessere Überlebenswahrscheinlichkeit nach schweren Operationen

Mein Frühstück mit Intervallfasten

Mein Frühstück fiel noch nie sonderlich umfangreich aus. Fakt ist, dass ich morgens Hunger habe und auch nicht mehr so lange schlafe wie früher, wo ich regelmäßig 'auf die Piste' gegangen bin und lange weg war.

 

Vor meinem Nierenstein hatte ich die Angewohnheit, mich unterwegs mit einem 2. Frühstück beim Bäcker mit hauptsächlich Weißmehlprodukten und oft auch ziemlich fettig gut einzudecken.

 

Das fiel jetzt fast ganz weg. Nur noch ein Teil Mehrkorn- oder Vollkornbackwaren ist heute noch drin. Mein Standard morgens ist und bleibt Obst: Zwei Bananen und zwei Äpfel. Früher trank ich einen Liter Grüntee. Heute ist es stilles Wasser.

Mein Mittagessen mit Intervallfasten

Das Mittagessen war früher vegetarisch...dabei gerne mit Käse, Sahne und immer wieder mit reichlich Olivenöl, was zwar grundsätzlich nicht schlecht, aber in der Menge zu viel war. Ebenfalls zu viel waren meine Portionsgrößen, die oft auch für zwei Personen gereicht hätten. Durch meine Vorliebe für Pasta landete diese häufig auf meinem Teller. Ebenso war es mit Reis für asiatische und indische Gerichte, die ich ebenfalls liebe. Und ja, vegane Gerichte gab es auch immer wieder.

 

 

Nach meinem Nierenstein bekam ich noch nicht einmal normale Portionen - geschweige denn große Portionen herunter. Auch Pasta war mit sowas von über geworden...und das als Halbitaliener! Fettiges Essen vertrage ich überhaupt nicht mehr. Heute achte ich noch mehr auf grünes Gemüse und pflanzliches Eiweiß. Die Essenszeiten variieren von 11:00 h bis 13:00 h, was früher durchaus später ausfiel plus warmes Abendessen zu später Stunde. 

 

Der Zeitraum, in dem ich etwas esse, ist also noch enger ausgelegt als die 8 Stunden laut der täglichen Intervallfastenregel. Ich hätte also noch Spiel, wenn ich wollte...

 

Für mich war aus Erfahrung klar, dass für mich nur ein tägliches Intervallfasten in Frage kommt. In der Vergangenheit hatte ich schon mehrfach gefastet, was mir nicht leicht gefallen war: von 3 Tagen bis zu maximal einer Woche. Das Ergebnis waren ein unregelmäßiger Stuhlgang mit teilweisen Verstopfungen und eine schrittweise Steigerung zurück auf die vorherigen, übergroßen Portionen, so dass nach meiner Gewichtsreduktion von wenigen Kilos bald wieder auf meinem normalen (Über-)Gewicht angelangt war. Ein Jojoeffekt sozusagen.  

Das Opfer: Das Abendbrot

Wie gesagt kam ich ganz unbewusst zum Intervallfasten, weil ich nach meiner Nierenkolik einfach nur auf meinen Körper gehört hatte.

 

Nach dem Frühstück und dem Mittagessen merkte ich, dass ich bis in den späten Abend und sogar bis zum Schlafengehen gar keinen Hunger mehr hatte. Die logische Konsequenz daraus war, dass ich einfach nichts mehr für den Rest des Tages gegessen habe!

 

Weg also mit den spießbürgerlichen Gedankenkonstrukten, dass man abends zu einer bestimmten Zeit einfach etwas essen muss, weil man das eben so macht.

 

Außerdem weiß ich ja, wie mein Stoffwechsel tickt: Ich kann morgens und mittags viel essen und nehme nicht zu. Wenn ich aber morgens und mittags nichts esse und dafür abends esse, nehme ich zu.

 

Wenn ich jetzt noch an meine alten, schlechten Gewohnheiten denke, wo ich morgens sowie mittags gegessen habe und zusätzlich abends auch noch, weil ich mit Freunden weg war oder ein Date hatte, wozu dann oft auch Alkohol getrunken wurde, der den Fettabbau im Körper hemmt, ist mein damaliges Übergewicht von 10 kg, die ich jetzt los bin, kein Wunder mehr!

 

Von daher ist meine Entscheidung klar, dass das Abendessen dran glauben musste.

Jeder Mensch is(s)t anders

Nicht umsonst gibt es beim Intervallfasten mehrere Modelle, damit jeder seine Variante findet, mit der sein oder ihr Körper am besten klar kommt.

 

Was mir aufgefallen war, ist dass ich häufig gelesen hatte, dass Du am besten Dein Frühstück von den drei gängigen Mahlzeiten weglassen solltest. Auf der anderen Seite gibt es ja die Fraktion der Menschen, die behaupten, dass das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages ist.

 

Auf mich trifft das nicht zu, obwohl ich morgens nicht viel herunterbekomme, aber es ist mir wichtig, nicht hungrig in den Tag zu starten.

 

Bei einem alten Freund von mir wäre es undenkbar, das ausladende Abendessen auszulassen, weil er seit jeher das gemeinsame, späte Abendessen als größte Mahlzeit am Tag mit der Familie zelebriert. Sein Stoffwechsel ist allerdings auch anders ausgelegt als meiner. Er kann abends viel essen, ohne zuzunehmen. Ich nicht. 

 

Bei den Muslimen geschieht zu Ramadan überigens vom Prinzip her das Gleiche wie beim Intervallfasten...nur für eine begrenzte Zeit: Über Tag darf weder gegessen noch getrunken werden - es sei denn, medizinische Gründe sprächen dagegen. Nachts wird dann gegessen und geschlafen. Da kommt man nach meiner Rechnung auch auf ein Zeitfenster von 8 Stunden zur Nahrungsaufnahme.

 

Bis jetzt bin ich begeistert vom Intervallfasten und sehe hier meine neue, permanente Lebensgewohnheit. In gut zwei Monaten werde ich sehen, was mein integrativer Arzt zu meinen Laborwerten sagt und ob Korrekturen vorgenommen werden müssen oder nicht. Die hohen Cholesterinwerte und die massive Übersäuerung meines Körpers sollten deutlich zurückgegangen sein. Ich bin hier für meine Zukunft recht optimistisch und entspannt.

Zur Vertiefung des Themas habe ich hier wieder Literaturempfehlungen aus meinem Amazon-Partnerprogramm:


Kommentar schreiben

Kommentare: 0